Die ersten Tage zurück in meinem 2. Zuhause

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Mambozeni wapendwa,

So, seit Freitag bin ich also wieder hier. Am Kilimanjaro Airport wurde ich von Oliver und ehemaligen Freiwilligen abgeholt.

Unser erster Trip führte uns direkt zur Theresa School, wo alle unsere gesponserten Kids von Good Hope mittlerweile hingehen. Ich habe ein paar ehemalige Schüler getroffen, unter anderem Issa, über den es hier auch einen Blogeintrag gibt. Eine Freundin und ihre Familie und ich und meine Familie teilen uns jetzt sein Sponsorship. Ich habe mich lange mit ihm unterhalten. Es ist sehr schön zu sehen, was ein toller und vielseitig interessierter junger Mann aus ihm geworden ist. Und der Headteacher schwärmt auch sehr von ihm, denn er ist einer der Besten seines Jahrgangs. Im Oktober wird er die Prüfungen von Form 4 ablegen. Das entspricht einem deutschen Realschulabschluss. Wir hoffen sehr, dass er danach von der Regierung dafür ausgewählt wird, die zwei Jahre bis zum Abi auf einer staatlichen Schule zu machen. Privatschulen für die letzten beiden Jahre kosten leider pro Schuljahr da 2000 US Dollar.

Danach sind wir zu Oliver nachhause gefahren, wo ich dieses Mal auch wohnen werde. Es hat sich unheimlich viel veraendert. Oliver hat jetzt 2 Häuser , wo sie zuvor nur ein relativ kleines Zimmer hatte. Auch die Sanitäranlagen sind viel besser geworden. Mittlerweile gibt es westliche Toiletten, Duschen, fließend Wasser und praktisch immer Strom.

Ich würde von allen freundlich aufgenommen, bis auf die Kinder erinnern sich auch alle noch an mich. Zur Feier des Tages durfte ich mir das Gericht aussuchen- es gab Ugali und Soße mit Ziegenfleisch.

Es ist unglaublich, wie sehr es sich nach heimkommen angefühlt hat. Moshi ist wirklich zu meinem zweiten Zuhause geworden über das Jahr, das ich hier verbracht habe. Und ich bin unendlich dankbar dafür.

Bevor ich noch sentimentalen werde, höre ich jetzt lieber erstmal auf.

Baadae,
Kathi

Rückkehr nach Tansania :)

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Ihr Lieben,

lang lang ist der letzte Beitrag her. Seitdem ist viel passiert. Auch ein Besuch im Frühjahr 2014 in Moshi, den ich hier nicht dokumentiert habe.

Da es für mich jetzt in 2 Tagen aber wieder nach Moshi geht, möchte ich meinen Blog mal wieder aus der Versenkung holen. 3 1/2 lange Jahre war ich jetzt nicht mehr in meiner 2. Heimat. Aber jetzt geht es endlich zurück. 🙂 Allerdings diesmal nur für 3 Wochen, da ich mittlerweile aus dem Studium raus bin und im 2. Teil der Lehrerausbildung angekommen bin.

In Moshi und bei Good Hope hat sich viel getan und ich bin wirklich sehr gespannt, das alles mit eigenen Augen zu sehen und euch mitzunehmen auf die Reise.

Ich habe in den vergangenen Tagen versucht, mein Swahili wieder ein bisschen aufzupolieren, denn wenn man eine Sprache nicht benutzt, gerät viel davon einfach in Vergessenheit, leider. Ich hoffe, es wird bald wieder da sein. 🙂

Ich freue mich schon sehr auf alles, was mich erwartet und freue mich sehr, das mit euch zu teilen.

In diesem Sinne: baadae,

Kathi

Es wird ein Sponsor für Issa gesucht

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Hallo Leute,

heute komme ich nochmal mit einer kleinen Bitte. Wir haben einen Schüler bei Good Hope, dem wir (eine Freundin und ich) gerne ermöglichen würden, eine weiterführende Schule zu besuchen, ab Januar für 4 Jahre. Leider kostet das Ganze pro Jahr ca. 600 Euro, was einfach zu viel ist für seine Familie. Bis jetzt hätten wir einen lieben Menschen, der bereit wäre sich mit 100 Euro jedes Jahr zu beteiligen. Leider reicht das nicht ganz und es würden uns noch 500 Euro pro Jahr fehlen. Deswegen bitte ich euch, meine lieben Leser, um Hilfe. Wenn jeder jedes Jahr nur einen kleinen Betrag leisten würde, dann könnte Issa, der wirklich ein sehr sehr toller Junge und ein fleissiger Schüler ist, auf die Secondary gehen und dort seinen Schulabschluss machen. Da Issa aufgrund Geldmangels seiner Familie leider die Grundschule abbrechen musste und jetzt keine Möglichkeit mehr hat, diese zu Ende zu machen, müsste er auf eine private weiterführende Schule gehen, die wie gesagt ca. 600 Euro im Jahr kostet. Und das ist Issa:

Issa :)

Issa 🙂

Im folgenden möchte ich euch Issa ein bisschen vorstellen:

Name: Issa Hassani

Geburtstag: 4. April 1998

Hat die Grundschule beendet: noch nicht

Lebt mit: seinen Eltern und Geschwister (sein jüngerer Bruder Salimu hat auch einen Sponsor für die Grundschule und seine ältere Schwester Tumaini kann die Secondary School jetzt machen durch einen Sponsor, beide wurden durch Good Hope gefunden)

Sein sozialer Hintergrund:
Sein jüngerer Bruder Salimu und Issa haben mit ihren Großeltern in einem kleinen Dorf gelebt, aber die Großeltern konnten sich irgendwann nicht mehr um die Jungs kümmern wegen ihres Alters und Krankheiten und so sind die Jungs zu ihren Eltern und ihrer älteren Schwester nach Moshi gezogen. Leider waren (und sind) die Eltern finanziell nicht dazu in der Lage, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Von einem ehemaligen Schüler haben die Kinder von Good Hope gehört und sind dann dorthin gekommen, um zu lernen.

Seine Personalität:
Als Schüler nimmt Issa aktiv und interessiert an den verschiedensten Fächern teil. Auch wenn ihm manchmal ein bisschen die Konzentration fehlt, kommt er trotzdem sehr gut mit und kann Fragen immer richtig beantworten, wenn man ihn fragt. (Auch, wenn er mal nicht ganz da war mit seiner Konzentration. 😉 ) Er kommt regelmäßig und pünktlich zum Unterricht und seine Hausaufgaben hat er auch immer vollständig erledigt. Auch wenn er die Grundschule leider nicht zu Ende machen konnte, kann er ohne Probleme mit den anderen Schülern mithalten. Er ist sogar teilweise besser als diese und unter den besten 10 % der Schüler. (Ich habe ihn auch gerne als mein “Dictionary” bezeichnet, weil er einfach Kiswahili Wörtern immer ins Englische übersetzen konnte und andersrum.) Das zeigt, dass er sehr intelligent ist und das Lernen auch ernst nimmt. Seine fehlende Konzentration hängt vielleicht auch damit zusammen, dass er unterfordert ist. Er will unbedingt gut sein und wenn er sein selber gestecktes Ziel nicht erreicht, ärgert er sich sehr. Allerdings motiviert es ihn gleichzeitig auch, das nächste Mal noch mehr zu lernen und noch besser zu sein. Später möchte Issa Pilot werden.

Er ist höflich, freundlich und gehorsam. Wenn man ihm aufträgt, etwas zu tun, dann tut er dies auch ohne zu maulen. Issa ist selbstbewusst und traut sich auch, Englisch zu sprechen. Er ist kommunikativ und interaktiv im Umgang mit anderen Leuten und wartet nicht einfach darauf, angesprochen zu werden.
Issa is interessiert an verschiedenen Kulturen und fragt viel über die verschiedenen Lebensweisen oder sozialen Hintergründe der Freiwilligen, sprich, er ist offen und interessiert an den Menschen, die er trifft.

Mit den anderen Schüler interagiert Issa selbstbewusst und hat eine zentrale Rolle in der Gruppe, auch wenn er nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen muss und weniger Gruppenaktivitäten plant, aber immer mitmacht.

Damit ihr Issa auch noch in Action erleben könnt, hier ein kleines Video von ihm (es geht darum, ob Mädchen, wenn sie schwanger werden, noch in die Schule gehen sollen dürfen):


Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir es gemeinsam schaffen würden, dass Issa seine Schulbildung fortsetzen kann. Er hat es wirklich verdient und ich weiß, er wird wirklich viel lernen, gute Noten schreiben und es weit bringen.

Bei Fragen oder Interesse bitte Nachrichten an mich!

Ich sag schonmal im Voraus dankeschön!

Bis bald,

Kathi

Schweres Einleben und viele Unterschiede…

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Hallo ihr Lieben,

Seit fast 2 Wochen bin ich also schon wieder in Deutschland. Und wirklich angekommen bin ich immer noch nicht. Die erste Woche war vorallem sehr komisch und ich habe kaum was gemacht. Mittlerweile habe ich zumindest wieder Lust, Freunde zu treffen und freue mich sogar schon darauf, wenn am Montag mein Studium weitergeht. Und trotzdem hängen meine Gedanken immer noch den größten Teil des Tages in Tansania fest. Bei Good Hope: Wie geht es den Frauen? Wie geht es den Schülern? Wer unterrichtet jetzt? Was unterrichten die anderen? Machen die Schüler gut mit oder machen sie viel Schmarrn? Vermissen sie mich?

Ich vermisse sie definitiv. Letzte Woche habe ich sogar mit einem Teil der Schüler geskypt. Das war so schön.<3 Ich vermisse es, sie zu unterrichten. Auch die Fortgeschrittenen-Klasse, die teilweise wirklich unaufmerksam und quengelig und ja, auch manchmal nervig war, aber ich vermisse es trotzdem, sie zu unterrichten.

Zudem ist hier alles so anders:

Das Wetter: Ja, das liebe Wetter. Als ich aus dem Flughafen rausgekommen bin, habe ich doch glatt einen Schock bekommen. Ungefähr 20 Grad Temperaturunterschied!! Brrr, ist das kalt hier. Und das Schlimme: es wird ja auch immer kälter in nächster Zeit. Im Radio habe ich gestern gehört, dass es am Freitag schneien soll! Ja, danke auch…

Die Autos: Ja, das Auto meiner Eltern ist schon eine andere Hausnummer als die Autos in Tansania, definitv. Auch die anderen Autos auf der Straße sind anders, neuer, moderner als die Autos auf Tansanias Straßen.

Die Straßen: Alle Straßen hier in Deutschland sind, anders als in Tansania, geteert. Keine Allwetterpisten mehr, keine Dellen in der Straße. Kein Staub mehr.

Die Sprache: Durch die vielen anderen Volunteers habe ich ja doch auch in Tansania recht viel Deutsch gesprochen, hab das also nicht verlernt und empfinde es auch nicht als komisch, es jetzt wieder mehr zu sprechen, ABER kein Kiswahili mehr zu sprechen ist doch echt komisch. Ich spreche nurnoch Kiswahili, und dann auch nicht immer, wenn ich mit meinem Freund bzw. anderen Leuten aus Tansania spreche. Dafür bin ich jetzt wieder viel mehr im Bayrisch drin.

Das Essen: Nicht nur, dass es hier nicht mehr die typischen tansanischen Gerichte gibt (Wobei, am Freitag werde ich für meine Eltern Ugali kochen.), nicht mehr nur Fleisch vom Rind und Ziege, nur ein paar verschiedene Fischsorten. Nein, die Zusammenstellung einer Mahlzeit ist einfach auch ganz anders. In Tansania besteht der Großteil des Essens aus sattmachenden Kohlenhydraten, vorallem Reis und Ugali. Gemüse und Fleisch/Fisch ist Beilage. Hier in Deutschland ist es umgekehrt: Fleisch/ Fisch und Gemüse ist Hauptbestandteil und Kohlenhydrate nur die Beilage. Man kann es sich halt leisten. Auch wird in Tansania in der Regel zweimal am Tag warm gegessen, hier gibt’s nur eine warme Mahlzeit, was ja auch wirklich reicht. Auch habe ich jetzt endlich wieder ein leckeres Vollkornbrot wieder, dafür aber auch keine Chapati oder Mandazi mehr.

Die Kleidung: In Tansania haben die Frauen so schöne Kleider und Kostüme, die aus Kitenge, also typisch afrikanischen Stoffen, geschneidert werden. Hier geht man shoppen in Läden wie Esprit und S.Oliver. Hab ich ja auch schon gemacht, aber es ist trotzdem irgendwie komisch. Und auf der Wiesn (für Nicht-Bayern, die das evtl lesen: Oktoberfest 🙂 ) war ich auch schon. Das Dirndl und afrikanische Kleidung sind wirklich sehr, sehr gegensätzlich.

Geld: Das offensichtliche bei Geld ist natürlich die andere Währung. Während ich weg war, wurde auch ein neuer 5-Euro Schein eingeführt, an den ich mich definitiv noch gewöhnen muss und bei den Münzen such ich mich manchmal noch dumm und dämlich. Aber nicht nur die andere Währung ist wieder gewöhnungsbedürftig, auch die Sorglosigkeit, mit der hier Geld ausgegeben wird und auch, wie sorglos ich teilweise schon wieder Geld einfach ausgebe, macht mich nachdenklich: da wird halt dann mal 10 Euro für eine Maß Bier auf der Wiesn ausgegeben ohne groß darüber nachzudenken. Und bei einer Maß bleibt es ja dann meistens auch nicht… Darüber, dass der Gegenwert, nämlich ca. 20 000 TSH, in Tansania wirklich viel Geld ist und die Leute damit eine Woche oder länger auskommen, denkt man dann oft garnicht mehr so nach. Das Materielle ist hier generell so wichtig. Als ich am Sonntag meine kleine Cousine und meinen Cousin wiedergetroffen habe, hatten die sofort als Beschäftigung ein Spielzeug in der Hand. Nicht, dass das jetzt negativ wäre, aber das gibt es in Tansania einfach nicht. Da müssen sich die Kinder selber beschäftigen ohne Spielsachen.
Gestern in der S-Bahn nach München war auch eine Schulklasse, so 6. Klasse ungefähr. Die Mädls haben sich wie wild über Iphones unterhalten und welches sie unbedingt gerne noch hätten. Oder auch am liebsten ein Ipad…Da konnte ich nurnoch mit dem Kopf schütteln.

Busfahren: Die Daladalas und auch die Überlandbusse fahren einfach nur, wenn sie gesteckt voll sind und niemand mehr reinpasst. Hier ist das so anders und es war so ungewohnt, Bus zu fahren mit insgesamt 3 Fahrgästen. Das gäbe es in Tansania bestimmt nicht.

Moschee: Auch hier in Deutschland gibt es Moscheen, aber hier schreit der Muezzin nicht durch die ganze Stadt. Vorallem gibt es hier Nachtruhe, was für mich heißt: nicht mehr von einer Moschee um 5 Uhr morgens geweckt werden!! Ich freue mich!

Strom und Wasser: Sowohl Strom als auch Wasser gibt es hier immer. Man muss sich keine Sorgen machen, dass man abends mal für ein paar Stunden im Dunkeln sitzt, weil plötzlich der Strom weg ist. Auch kann es hier einem nicht passieren, dass man mal für vier Tage am Stück kein Wasser hat, nicht duschen gehen kann. Was im Übrigen das kleinste Übel war, wenn man auch die Toilettenspülung nicht mehr betätigen konnte…

Einkaufen: Hier muss ich jetzt leider wieder alles im Supermarkt kaufen, auch Obst und Gemüse, was mich sehr traurig stimmt. Auf dem Markt war das alles so schön, frische Sachen konnten dort gekauft werden und sogar um den Preis gefeilscht…

Pünktlichkeit: Ja, pole pole (langsam) gibt es hier in Deutschland nichtmehr. In Deutschland ist wieder Pünktlichkeit angesagt. Gott sei Dank hat es nicht so viel ausgemacht, dass ich zum Friseurtermin letzte Woche gleich mal eine Viertelstunde zu spät kam. Das mit der deutschen Pünktlichkeit muss ich mir definitiv wieder antrainieren..

Ihr merkt, ich könnte immer weiter und weiter schreiben und auch jetzt würden mir noch Unterschiede einfallen, aber ich höre jetzt auf, sonst komme ich nie zu einem Ende. Die ganze Lebensweise und Kultur ist einfach so unglaublich anders und vielleicht könnt ihr jetzt besser verstehen, warum es mir so schwer fällt, richtig in Deutschland wieder anzukommen.

Die für mich persönlich größte Umstellung ist allerdings keine der oben genannten, sondern die, dass ich meinen Freund nicht mehr um mich habe und wir uns mit Facebook und Skype begnügen müssen. Das macht den ohnehin schon sehr schweren Umstieg der Kulturen noch viel, viel schwerer und ich kann es garnicht erwarten, im März wieder nach Tansania zu fliegen und ihn wiederzusehen!

Wer jetzt übrigens gedacht, dies wäre mein letzter Blogeintrag gewesen, der irrt, denn ich würde gerne noch 2-3 nachreichen aus meiner Zeit dort in Tansania und würde auch in Zukunft immer wieder mal Updates posten.

In diesem Sinne: baadae,

Kathi

Abschied…

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Jambo,

So, ich bin jetzt seit Sonntag wieder zurück in Deutschland und es ist ein ganz komisches Gefühl. Aber zu meiner Rückkehr und wie es mir jetzt geht, gibt’s nochmal einen Blogeintrag, jetzt nehm ich euch erstmal zu meinem letzten Tag bei Good Hope mit.

Vor genau einer Woche, am Freitag also, war mein letzter Tag bei Good Hope. Ich wollte als Abschiedsgeschenk zusammen mit den Schülern kochen, deswegen sind Oliver und ich am Donnerstag schon zum Mbuyuni Markt in der Stadt gefahren, um dort günstiger als in Majengo Gemüse, Obst und Gewürze für das zu kochende Pilau zu kaufen. Pilau ist ein gewürzter Reis mit Fleisch (oder wahlweise auch ohne, meistens ist es aber drin) und ich liiiiiiiiebe Pilau! 😉

Am Freitag auf dem Weg zu Good Hope habe ich dann noch 4kg Fleisch beim Metzger gekauft. Obwohl ich dort eigentlich öfter hingehe, meinte er es nicht so gut zu mir und hat mir recht viele Knochen dazu getan (das wurde mir erst beim Kochen gesagt). Außerdem hat er voll versucht, mich abzuzocken und zwar um nicht so wenig. Auch gekauft werden mussten noch 10kg Reis, 3 Liter Öl und Feuerholz.

Dadurch, dass unsere zwei amerikanischen Volunteers von CCS, die zwei Wochen da waren, auch ihren letzten Tag hatten und noch ein kleines Abschiedsmeeting brauchten, verspäteten wir uns ganz schön: Statt um 10 Uhr fingen wir erst um 11 Uhr an zu kochen:
Die Mädls halfen fleißig mit, Knoblauch zu schälen (mit den Händen! Ihr könnt euch vorstellen, wie unsere Finger gerochen haben…), Zwiebeln, Ingwer, Fleisch und sonstiges zu schneiden, Reis zu waschen. Die Jungs kochen hier in der Regel nicht wirklich, daher saßen sie bei Good Hope, ratschten, spielten Fußball. Gekocht haben wir übrigens auf dem Vorplatz bei einer von Olivers Schwestern, die uns auch ganz tatkräftig unterstützt hat.

Nachdem alles geschält war, wurden die meisten Mädls zum Spielen entlassen, da es nicht so viel Sinn macht, wenn zig Leute um den Kochtopf herumstehen, denn jetzt ging es ans richtige Kochen.

Das Feuer dazu wurde gleich mal mit einer Plastiktüte angezündet. Der Kochtopf war riesig, aber es wurde ja auch für an die 40 Leute gekocht.

Auch ich bin teilweise mal hoch zu Good Hope, um noch ein bisschen mit den Schülern zu quatschen, Fotos zu machen und zu tanzen. Richard, einer der Schüler, hatte seinen Musikplayer dabei und hat Musik gespielt. Unter anderem wurde ganz oft Kwaito getanzt. Das ist ein Gruppentanz, den wirklich jedes Kind in Tansania beherrscht. Und ich LIEBE Kwaito!! Also habe ich mich kurzerhand unter die tanzenden Schüler gemischt.

Was ich wirklich toll fand, war, dass Stella, eine ehemalige Schülerin, vorbei gekommen ist, um sich zu verabschieden.

Zwischendurch bin ich immer mal wieder zu den Köchen, hab die Lage gecheckt und ein bisschen geholfen.

Um 14 Uhr, nach 3 Stunden, war das Essen dann fertig. Wir haben die Töpfe und Schüsseln ins Office getragen und dann standen wir prompt vor einem Problem: wir hatten ausgemacht, den Schülern im Vorfeld icht zu sagen, dass wir gemeinsam kochen, damit sich das nicht wie ein Lauffeuer verbreitet und wir plötzlich doppelt so ciele Schüler haben. Allerdings hatten die Kinder so auch keine Teller dabei. Einige sind kurz nach Hause, um einen zu holen, für andere aber ist es ein zu weiter Weg. Zum Glück hatten wir dann plötzlich Pappteller und so konnten wir das Essen verteilen: Eine Portion Pilau, einen Löffel Salat und 1 Stück Banane. Erst reihten wir die Teller auf Stühlen auf, bevor sie die Schüler holen durften. Danach waren wir Erwachsenen dran. Es war wirklich richtig lecker!

Mir ging es den ganzen Tag mega gut, ich hatte Spaß und habe einfach komplett verdrängt, dass es mein letzter Tag war. Nachdem wir aber mit dem Essen fertig waren, konnte ich es nicht mehr verdrängen. Draußen stellten sich die Schüler schon auf, um mich zu verabschieden:

Erst sangen sie zwei tansanische Abschiedslieder. Ich hatte wirklich mega Gänsehaut. Vorallem, da ich fast alles von den Texten verstehe. Danach ernannte Oliver zwei Schüler dazu, mir Abschiedsworte zu sagen. Christian, der für die Jungs ausgewählt wurde, konnte nichts sagen, also übernahm Abdi. Für die Mädls musste Vivian ran. Sie bedankten sich dafür, dass ich sie unterrichtet hatte, dass ich so eine gute Lehrerin wäre und für vieles mehr. Meinen Tränen konnte ich auf jeden Fall nicht mehr zurückhalten. Auch die Frauen hatten noch liebe Abschiedsworte für mich und ich bekam einen Kanga geschenkt.

Um kurz vor 16 Uhr machte ich mich mit Yona auf in die Stadt, um die letzten Besorgungen zu machen. Als wir dann daheim waren, war es schon fast dunkel und wir hatten Stromausfall. Ein guter Grund für mich, Prokrastination zu betreiben und nicht sofort zu packen. Irgendwann ließ es sich aber nicht mehr vermeiden und ich hab mir von meiner Mitbewohnerin Stirn- und Taschenlampe geliehen (meine Taschenlampe ist im Laufe des Jahres kaputt gegangen) und angefangen zu packen. Es war echt schwer für mich und ich habe auch einige Tränen vergossen. Es war so wahnsinnig unvorstellbar, alles, was ich mir in diesem Jahr aufgebaut hatte, hinter mir zu lassen.

Nach dem Packen war ich mit Yona noch schön essen, wenn auch leider nur kurz, weil es ihm nicht so gut ging.

Ja, und so ging mein letzter Tag in Tansania zu Ende.

Da ich die letzte Zeit in Tansania nicht so viel geschrieben habe, möchte ich jetzt noch ein paar Blogeinträge nachreichen, freut euch also schon auf mehr Lesefutter.

Baadae,
Kathi

P.S. Noch ein bissl Videos und Fotos:

Meine Schüler beim Kwaito tanzen:

Die Abschiedslieder:

Kochen.

Kochen.

Schüler beim Essen

Schüler beim Essen

Bananenschnippeln

Bananenschnippeln

Groooooßer Topf Pilau

Groooooßer Topf Pilau

Stella und ich :)

Stella und ich 🙂

großer Kochtopf auf Feuer

großer Kochtopf auf Feuer

Kochen :)

Kochen 🙂

Der kleine Laden, in dem ich jeden Tag mein Wasser gekauft hab.

Der kleine Laden, in dem ich jeden Tag mein Wasser gekauft hab.

Mädls beim Kwaito tanzen.

Mädls beim Kwaito tanzen.

Fleißig beim Kochen.

Fleißig beim Kochen.

Vivian und Oliver schneiden Fleisch.

Vivian und Oliver schneiden Fleisch.

Knoblauch stampfen.

Knoblauch stampfen.

Kochen.

Kochen.

Beim Knoblauch schälen.

Beim Knoblauch schälen.

Posen.

Posen.

Abschiedsbild

Abschiedsbild

Die letzten 2 Wochen sind angebrochen…

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Hallo meine Lieben,

So,meine Eltern sind jetzt seit 2 Wochen wieder in Deutschland und ich dementsprechend seit 2 Wochen wieder hier in Moshi. Das Abschiednehmen war nicht so einfach, obwohl ich sie ja wirklich ganz bald wieder sehe. Mittlerweile bin ich wieder total im Alltag angekommen. Bei Good Hope habe ich jetzt mit Yona die Anfängerklasse übernommen, sprich die Schüler, die wirklich anfangs gar kein Englisch konnten. Die meisten der Schüler sind auch noch nicht lange bei Good Hope. Yona hat vor 4 Wochen mit dieser Klasse angefangen und vor 2 Wochen bin ich dann mit eingestiegen.

Und es ist wirklich der Wahnsinn, wie schnell sich die Kids verbessert haben. Mittlerweile haben sie 3 Zeiten gelernt: present progressive, will- future und simple past. Letzteres wurde letzte Woche eingeführt und bereitet noch ein bisschen Schwierigkeiten.

Es wird wirklich viel in relativ kurzem Zeitraum gemacht, aber Yona wird ca. eine Woche nach mir (also in 3 Wochen ca.) auch Moshi verlassen, um zu studieren und wir wollen die Klasse bis dahin auf einen guten Stand bringen.

Außerdem lernen sie unheimlich gerne und sind sehr wissbegierig. Während die Schüler der anderen Klasse mittags oft meckern, dass sie Hunger haben und Mathe für sie zu anstrengend ist gerade, gibt es das in dieser Klasse garnicht. Dadurch macht es echt Spaß, in dieser Klasse zu unterrichten. Zudem sieht man den Fortschritt ziemlich schnell und auch das ist sehr schön zu sehen. Ich werde euch mal ein paar Fotos und Videos anhängen. Am Freitag haben wir 2 amerikanische Volunteers von CCS verabschiedet, die nur 2 Wochen da waren und die Kids singen dann immer Abschiedslieder und ich wurde richtig, richtig traurig. Ich weiß jetzt schon, dass ich an meinem letzten Tag Bäche heulen werde.

Außerdem war ich in meiner ersten Woche zurück bei Good Hope noch einmal bei Jumanne ( was übrigens Dienstag heißt), einem Patienten, bei dem wir regelmäßig Hausbesuche machen und der sowohl HIV positiv ist als auch Syphyllis hat. Im Mai/Juni wurden leider aufgrund von Zeitproblemen kaum home-visits gemacht und seine Gesundheit hat sich dadurch wieder recht verschlechtert. In letzter Zeit waren die anderen aber fast täglich bei ihm und dadurch hat sich seine Situation wieder richtig verbessert, mittlerweile kann man mit ihm auch wieder raus gehen und draussen Übungen machen, mit Krücken und auch ohne. Leider ist Jumanne so geschwächt, dass er nicht selbst gehen kann. Eigentlich müsste man echt jeden Tag zu ihm gehen und Übungen machen, da er sich alleine natürlich nicht so sehr fordert. Wer macht das schon. 😉 Ich mag Jumanne total gerne und alle sind dort immer mega herzlich, wenn man kommt. Leider war ich nicht so wahnsinnig oft auf home-visits bisher, weil ich eigentlich immer unterrichte.

Ansonsten geht meine Zeit hier jetzt wirklich richtig schnell vorbei, in 2 Wochen habe ich meinen ersten Tag in Deutschland schon wieder rum. Ich kann es mir wirklich noch nicht vorstellen und glaube, ich bekomme einen ganz schönen rückwärtigen Kulturschock wieder! Momentan verbringe ich meine Zeit bei Good Hope oder mit Yona. Wenn ich mal ein bisschen Zeit alleine habe, gehe ich shoppen. Ich kann mich hier wirklich nicht sattkaufen gerade. FlipFlops, Stoffe, Taschen, Mitbringsel. Alles. Ich habe auch nochmal einiges bei einer Schneiderin in Auftrag gegeben.

Die meisten Volunteers, die gerade hier sind, kenne ich garnicht. Da ich ja auch viel unterwegs war n letzter Zeit ( bis vor 2 Wochen mit meinen Eltern für fast 3 Wochen, davor war ich 3 Wochen in Moshi und davor mehr oder minder auch 4 Wochen unterwegs), kenne ich auch viele, die jetzt doch schon länger da sind, nicht so gut. Und wie gesagt, eigentlich verbringe ich meine gesamte wenige verbleibende Zeit in der Arbeit und mit meinem Freund.

Da ich grad garnicht mehr weiß, was ich noch schreiben soll, gibt’s jetzt noch ein paar Videos und Fotos und damit verabschiede ich mich dann bis zum nächsten Mal!

Baadae, Kathi

Kleine Info zu den Videos: Die Schüler müssen am Ende fast jedes Tages entweder einen improvisierten Dialog aufführen, in dem sie sich gegenseitig Fragen stellen oder einen Freestyle alleine machen: sich vor die Klasse hinstellen, ein bisschen sich vorstellen und sich dann mit Fragen bombadieren lassen. Von beidem habe ich an unterschiedlichen Tagen Videos gemacht. Und es ist echt erstaunlich, da echt so gut wie alle Schüler vorher kein Wort Englisch konnten. Das dritte Video ist ein Ausschnitt aus einer Unterrichtsstunde.

Fotos:

Verschönerung des Klassenzimmers mit Steckbriefen.

Verschönerung des Klassenzimmers mit Steckbriefen.

Yona beim Unterrichten.

Yona beim Unterrichten.

Same.

Same.

Ich mit der Anfängerklasse.

Ich mit der Anfängerklasse.

Yona mit der Anfängerklasse.

Yona mit der Anfängerklasse.

Unterricht.

Unterricht.

Die Schüler fleißig am Lernen.

Die Schüler fleißig am Lernen.

Jumanne bei einer Übung.

Jumanne bei einer Übung.

Pause.

Pause.

Mit den Krücken alleine stehen. :)

Mit den Krücken alleine stehen. 🙂

Besuch meiner Eltern

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Hallo liebe Leute,

Nachdem meine Eltern, die mich besucht haben, seit einer Woche wieder zu Hause sind, und bei mir damit der Countdown der letzten 4 Wochen angebrochen ist, melde ich mich mal wieder. Heute in 3 Wochen sitze ich schon im Flugzeug und ich muss ganz ehrlich gesagt gestehen, weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Klar, ich freue mich auf daheim, aber ich lasse hier auch so viel zurück…Und 3 Wochen im Vergleich zu einem Jahr ist nun wirklich nicht viel. Aber vielleicht ist es für diese Art von Eintrag noch zu früh, erstmal werde ich auf jeden Fall diese letzten 3 Wochen noch total genießen.

Es war auf jeden Fall wirklich, wirklich schön, dass meine Eltern mich besucht haben und in den fast 3 Wochen, die sie hier waren, einen Eindruck davon bekommen haben, wie ich hier lebe und einen Teil des wunderschönen Tansanias kennengelernt haben.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August hab ich meine Eltern am Kilimanjaro International Airport abgeholt. Es war so schön, sie nach 11 Monaten wiederzusehen. Ich hänge ja doch an meinen Eltern. Nachdem wir mehr oder minder pünktlich zum 5-Uhr-Gebet der Moschee in unseren Betten lagen, meine Eltern im Hotel, ich hier in meiner Volunteer-Wohnung, haben wir es am nächsten Tag sehr langsam angehen lassen und waren erst um 11 Uhr “frühstücken”, im Coffee Shop, einem der gemütlichsten Cafes hier in Moshi. Und dann hab ich meinen Eltern meine Wohnung und ein bisschen das Stadtzentrum Moshis gezeigt. Abends waren wir dann im East African Pub, den ich in meiner Zeit hier lieben gelernt habe, und haben nyama choma, gegrilltes Fleisch, in diesem Fall Ziege, gegessen. Zu dieser Gelegenheit haben meine Eltern auch gleich meinen Freund kennengelernt, den sie zum Glück gerne mögen. 🙂 Nachdem sowohl der Flug als auch der erste Tag Tansania natürlich sehr anstrengend war, sind wir recht früh unserer Wege gegangen, um uns am nächsten Morgen zum Frühstück wiederzutreffen.

Diesmal stand der Besuch von Good Hope,meiner Arbeit, auf dem Plan. Yona hat uns vormittags ein bisschen was über Good Hope erklärt, dann habe ich meine Eltern meinen Schülern vorgestellt (und andersrum natürlich auch), bevor wir dann nochmal mit Yona, Oliver und Asia uns im Office unterhalten haben. Khadija war leider krank. 😦 Meine Eltern haben für Good Hope einen Laptop als Geschenk mitgebracht, den mein Vater dann auch übergeben hat. Natürlich haben sich alle riesig gefreut, was total schön zu sehen war! 🙂 Anschließend haben wir nachmittags noch gekocht- das Nationalgericht Ugali mit Spinat, Fleisch und Salat. Und es hat sich herausgestellt, dass meine Mutter besser ist im Ugali kochen als ich. (Allerdings muss man dazu sagen, dass meine Mutter auch mehr Kocherfahrung hat als ich und ich mich beim Kochen bei Good Hope eigentlich fast immer rausgenommen habe. 😉 )

Am dritten Tag sind wir zu den Hot Springs irgendwo in der Pampa zwischen Moshi und Arusha gefahren, was mega schön war, aber meine Eltern waren von der “Straße” doch recht geschockt. Gut, kann ich verstehen, vorallem, da wir dort mit einem normalen Taxi hingefahren sind und man weite Teile der Strecke nicht mehr Straße nennen konnte. Mich schockt vermutlich einfach nicht mehr so viel. 😀 Der folgende Tag war einfach nur Relax- und ein bisschen Shopping-Tag. Auch an diesem Tag haben wir dem Coffee Shop einen Besuch abgestattet, wie sollte es auch anders sein. 😉 Abends waren wir indisch essen, was irgendwie für meinen Magen nicht gut war, da ich dann richtig Probleme bekam in der folgenden Nacht, was sehr sehr ungünstig war, da wir am Samstagmorgen auf 4-Tages-Safari aufgebrochen sind. Nachdem ich an besagtem Morgen mit Brechdurchfall aufgewacht bin, war erst nicht sicher, ob ich mitfahren konnte und meine Eltern hätten mich wohl auch eher in Moshi gelassen, aber ich wollte mir das nicht entgehen lassen 4 Tage inklusive Serengeti, also bin ich mitgefahren, auch wenn ich am ersten Tag noch ein bisschen zu kämpfen hatte und nur Toast und Bananen gegessen habe.
Zur Safari an sich werde ich jetzt nicht so viel schreiben, sondern eher Bilder sprechen lassen. Es war auf jeden Fall total toll. Am Ersten Tag sind wir in den Tarangire Nationalpark, wo wir total viele Tiere gesehen haben, am zweiten Tag sind wir über den Ngorongoro Crater in die Serengeti gefahren. Dort konnte ich übrigens nicht schlafen, weil der Campingplatz (Ja, es war Camping, so richtig mit Zelt und Schlafsack! Und ich bin echt stolz auf meine Eltern, dass sie das mitgemacht haben!!) nicht eingezäunt war und in der Nacht wilde Tiere um unsere Zelte rumgeschlichen sind. Und ich habe Hyänen gehört, die haben nämlich so ein ganz fieses Lachen. Nachdem ich das gehört hatte, konnte ich natürlich erst recht nichtmehr einschlafen.
Wir haben richtig viele Tiere gesehen und auch 2 Jagdszenen, die allerdings beide nicht erfolgreich waren. Einmal hat eine Löwin versucht, einen Wasserbüffel zu fangen und einmal haben Geparden versucht, einen Schakalen zu bekommen. Wir haben unzählige Giraffen gesehen, teilweise wirklich nah am Straßenrand, viele Löwen, auch zwei kleine Löwenbabys, die wohl auf ihre Mama gewartet haben. Als wir in die Serengeti gefahren sind, war ein Elephant direkt an der Straße. Nachdem er dann aber noch näher auf uns zukam, sind wir schnell weitergefahren. Da wurde mir auch ein bisschen mulmig.

Nach 4 tollen Tagen kamen wir total müde, aber glücklich in Moshi an und hatten dann einen Tag Pause, bevor wir weiter in die Usambara Berge, nach Lushoto, gefahren sind. Die Busfahrt war weniger angenehm, aber das sind die meisten Busfahrten hier in Tansania nicht unbedingt. Die Straßen werden aber auch neu gemacht- seit einer Ewigkeit übrigens. Der Bus wird teilweise wirklich voll gemacht und jedes Mal wenn wir stehen geblieben sind, kamen ganz viele Verkäufer und wollten ihre Sachen verkaufen – von Obst und Gemüse hin zu Softdrinks und Kekse. Wir sind nach 6 Stunden in Lushoto angekommen und bis wir dann in unserem Hotel, der Irente Farm, angekommen, verging nochmal ein bisschen Zeit. Wirklich viel wandern waren wir nicht, wir haben einfach Lushoto ein bisschen genossen, waren bei einem Viewpoint, haben uns zeigen lassen, wie der Käse auf der Irente Farm hergestellt wird und meine Mutter und ich waren auch in einem Waisenhaus dort.

Nach 3 Tagen ging die Reise weiter nach Dar-es-Salaam in einem weit aus besseren Bus, allerdings ist der Dar Express auch dafür bekannt, einer der besten Busgesellschaften zu sein und nachdem jetzt auch ein Bus direkt von Lushoto nach Dar fährt und nicht erst ab Mombo, einem Ort am Fuße der Usambara Berge, abfährt, haben wir den Bus doch gleich mal genommen. Eigentlich war eine Übernachtung in Dar eingeplant, da ich nicht davon ausgegangen bin, dass wir die letzte Fähre nach Sansibar schaffen. Wider Erwarten haben wir sie aber doch bekommen. Allerdings wollte uns der Taxifahrer, der uns vom Busbahnhof zum Hafen gebracht hat, erstmal schön verarschen, da er uns zur falschen Ablegestelle brachte, wo Betrüger ihr Glück versuchen und nichtsahnende Touristen zu einem teureren Preis auf weniger gute Fähren zu bringen. Zum Glück war ich schonmal am Fährhafen in Dar und wusste wo wir hinmussten und als der Spruch kam “Heute ist Sonntag, da ist dort geschlossen.” bin ich sowieso hellhörig geworden. Darauf bin ich in Thailand einmal reingefallen, das passiert mir nicht nochmal. Also haben wir die letzte Fähre um 15.30 Uhr nach Sansibar bekommen und sind dann 2 Stunden später in Stown Town angekommen.

Ich wollte zum Hotel laufen, bin aber einen riesen Umweg gelaufen und irgendwann hat uns dann ein Guide dort zum Hotel geführt. Stown Town ist wahnsinnig toll, hat aber richtig viele kleine Gassen, in denen man sich total leicht verläuft. Nachdem es schon fast dunkel war, als wir im Hotel waren dann und wir uns auch frisch gemacht haben, sind wir im Endeffekt auch nicht mehr essen gegangen. Einen Versuch haben wir gestartet, aber in den Gassen Stown Towns ist es meist recht dunkel und obwohl ich vorher schonmal in Stown Town war und ich garkeine Probleme hatte nachts rumzulaufen und mich auch richtig sicher gefühlt habe, war mir trotzdem wirklich nicht so gut zumute und deswegen sind wir dann nicht gegangen, obwohl wir am nächsten Tag festgestellt haben, dass es wirklich nicht weit gewesen wäre. Manchmal hängt mir mein Raubüberfall doch noch mehr nach, als ich dachte. Und dann gab es vor ein paar Wochen ja auch einen Säureanschlag auf zwei britische Mädls in Stown Town.

An unserem einzigen vollen Tag in Stown Town sind wir in der Stadt ein bisschen rumgelaufen, u.a. zum Darajani Market um Gewürze zu kaufen. Meine Mutter und ich sind auch ein bissl in den Geschäften einkaufen gewesen. Da haben uns meine Kiswahili Kenntnisse doch recht gut geholfen. Lustig war, dass meine Mutter dann auch auf Kiswahili vollgelabert wurde, obwohl sie ja nichts versteht. Handeln war dann meine Aufgabe. 😀

Am nächsten Morgen sind wir zum Strand gefahren, da gibts eigentlich nicht viel dazu zu schreiben. Wir hatten ein ziemlich gutes Hotel und haben eigentlich nicht viel gemacht außer schlafen, essen, am Strand liegen, lesen und faulenzen. Nichts besonderes.
Wobei ich sagen muss, dass mir das Hotel anfangs viel zu luxuriös war und ich erstmal ziemlich mit meinen Gefühlen zu kämpfen hatte. Mein erster Gedanke war “Ich will hier weg”. Für mich ging das nicht wirklich zusammen, dieser Luxus mit dem was ich hier in Tansania sonst so erlebt hab, vorallem der Besuch von Yonas Familie in Tanga, die teilweise wirklich ums Überleben kämpft und ich dort ja auch in einer Lehmhütte geschlafen habe. Das war so krass gegensätzlich. Hatte auch erstmal wirklich mit Tränen zu kämpfen. Zudem war der Kontrast zwischen dem Dorf, durch das wir gefahren sind und der Hotelanlage auch echt groß. Aber naja, die Welt ist halt alles, aber nicht gerecht. Eine gute Freundin meinte dazu, dass man manchmal einfach genießen muss, dass es einem besser geht, auch wenn es ungerecht ist.

Nachdem das jetzt ein ellenlanger Eintrag geworden ist, beglücke ich euch jetzt noch mit ein paar Fotos (an denen ihr euch hoffentlich erfreut! Sorry, dass es so viele sind, aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden…) und melde mich bald wieder.

Liebe Grüße,

Kathi

Moshi:

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Lushoto:

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Sansibar:

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