Fazit des ersten Monats

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Jambo!

So, der erste von 12 Monaten ist hiermit rum.

Heute hatte ich wieder ein Ereignis, was mich ein bisschen zweifeln liess, ob ich die 12 Monate wirklich schaffe oder ob ich mich nicht uebernommen habe. Mein Betreuungslehrer gibt in der Form 1, das ist die erste Klasse der weiterfuehrenden Schule und entspricht unserer 8.Klasse, noch einen Computerkurs. Ich sitze da dann meistens mit drin, weil ich was am PC machen muss. Heute war echt schlimm fuer mich. Der Lehrer kam zu spaet, ist dann wieder verschwunden fuer ca. eine 3/4 Stunde, hat dann noch mit anderen Lehrern geratscht. Naja, die Schueler haben natuerlich Quatsch gemacht zum groessten Teil. Wobei man dazu sagen muss, dass sie KEINE Aufgabe bekommen haben von besagtem Lehrer. Ich wollte mich dann auch nicht einmischen, weil das ja nicht meine Unterrichtsstunde war und die zwei Lehrer, die am Lehrercomputer, der auch in dem Raum steht, gearbeitet haben, haben auch nichts gesagt. Ja, dann kommt der liebe Lehrer zurueck und die Schueler haben natuerlich nichts gemacht, wie auch, ohne Anweisung. Und dann gabs fuer alle mit einem Stock auf die Haende. Das hat mich ziemlich geschockt muss ich sagen.
Klar, dass es hier immer noch gang und gebe ist, weiss ich, aber es dann hautnah mitzuerleben und hilflos daneben zu sitzen und nichts tun zu koennen ist halt nochmal eine andere Nummer, wie ich finde. Und ich kann aber auch nicht voll auf Konfrontationskurs gehen, haette es aber am liebsten gemacht, muss ich zugeben.
Da war ich dann kurzzeitig ganz schoen down. Spaetestens bei meiner eigenen Unterrichtsstunde war das dann aber (fast) vergessen. Auch wenn immer oefter mal Maedls fehlen, aber sie sind erwachsen und es ist ja auch auf freiwilliger Basis. Noch ist es nicht so krass, sollte es aber noch mehr werden, werde ich da ein Machtwacht sprechen.

Was mir auch aufgefallen ist: dieser Lehrer scheint keinen Unterricht vorzubereiten. Methoden – und sozialformwechsel und so scheint hier auch nicht so der Renner zu sein. Hauptsache Frontalunterricht. Und ich komme mir schon bloed vor mittlerweile, weil ich den Maedls immer nur Aufgaben gebe zum Ueben, was sicher normal ist fuer ein Anwendungsfach, aber es hat halt gerade nicht viel mit dem Aufbau einer Unterrichtsstunde zu tun, wie ich ihn gelernt habe in den letzten 2 Jahren (auch wenn ich kein Informatik studiere). Und ich habe mir fest vorgenommen, das zu aendern, weil es wahrscheinlich noch effektiver ist und ich den Ablauf laut Artikulationsschema auch besser finde als das, was ich gerade mache. Aber ich bin ja noch nicht lange da und hab noch Zeit, an meinem Unterricht zu feilen.

Ansonsten war dieser erste Monat ein Auf und Ab der Gefuehle. Zugegebenermassen hab ich mir das Einleben hier einfacher vorgestellt, aber es ist halt doch einfach so sehr anders im Vergleich zu daheim und das darf man nicht vergessen. Es gab gute Momente, wie beispielsweise meine Reise nach Tanga, aber es gab auch Momente, in denen ich alles angezweifelt habe. Das war mal ein Tag, das waren aber manchmal auch nur meine “gspinerden” fuenf oder zehn Minuten, danach gings wieder gut. Diese doofen Momente des Heimwehs werden aber immer weniger, was sehr schoen ist, denn natuerlich vermisse ich daheim, aber ich moechte auch so viel wie moeglich aus diesem Jahr mitnehmen und Spass haben und das geht am besten ohne diese doofen Hintergedanken. Daheim bin ich dann noch lange genug. 😀

Meine Gastfamilie ist nach wievor super. Seit ein paar Wochen – ich weiss nicht, ob ich das schonmal erwaehnt hatte- lebt jetzt auch ein Neffe meiner Gasteltern bei uns, der genau wie mein aelterer Gastbruder, 14 ist. Alles super liebe Jungs, vorallem mein aelterer Gastbruder hat es mir angetan. Meine Gastschwester ist auch toll, aber die ist leider mittlerweile wieder in ihrer Unistadt und kommt vermutlich erst Ende Dezember wieder.

Mein Swahili wird auch langsam besser, ich pauke jeden Abend – naja, fast – waehrend meine Gastbrueder Hausaufgaben machen und lernen, Vokabeln und Grammatik. Leider kann ich noch kaum ganze Saetze bilden, aber ich verstehe schon viel mehr als anfangs.

Zum Schluss dieses Blogs noch kurz ein tolles Erlebnis: Am Sonntag nach dem Mittagessen sind mein Gastvater und meine Gastgeschwister inklusive Cousin zu einer Lodge, die einem Onkel der Jungs gehoert, gefahren und waren dort im Pool schwimmen. Das war soo toll!! Amani (mein Gastvater) hat mit einem Freund geratscht und meine Gastbrueder und ich haben im Wasser geplantscht. Ich bin dann als erste aus dem Wasser raus, weil mir irgendwann dann doch kalt wurde. Hab mich dann schoen gesonnt und hab mich spaeter zu Amani gesetzt, der mit Freunden an der Bar sass. Sein bester Freund mit Frau und Freunden von ihr waren naemlich da. Besagter bester Freund ist halb-Tansanier, halb-Deutscher, in Tansania aufgewachsen, spricht aber auch sehr gut Deutsch und er ist mit einer Hollaenderin verheiratet, die in Moshi Volunteering gemacht hat vor ein paar Jahren. Freunde von ihr sind gerade auf Besuch und die waren dann auch da. Hab dann auch mein erstes Bier hier getrunken: Kilimanjaro. Schmeckt eigentlich garnicht so schlecht, obwohl ich ja nicht so sehr der Bierfreund bin (ausser auf der Wiesn 😉 ), aber Wein ist hier mega teuer…Alles in allem ein schoener Sonntagnachmittag. 🙂

So, jetzt mache ich aber Schluss, es ist schon Mitternacht und ich muss langsam mal ins Bett!

Usiku mwema! (Gute Nacht!) und bis bald,

Kathi

P.S. Ich freue mich immer ueber Gaestebucheintraege, Mails oder Nachrichten bei Facebook. 🙂

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