Ein Lebenszeichen…

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Hallo ihr Lieben!
So, jetzt, nach einer halben Ewigkeit, kommt mal wieder ein Blogeintrag. Tut mir Leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber es gab einen Grund dafür: Ich hatte keinen Laptop mehr.

Die letzten Wochen ist unglaublich viel passiert und es wird ein bisschen dauern, bis ich alles aufgeholt habe.

Aber jetzt erstmal dazu, warum ich keinen Laptop mehr hatte: Anfang Januar bin ich ausgeraubt worden. An dem Samstag wurde ich von Adelina und Chris abgeholt, die ein Video mit mir drehen wollten für den Youtube-Kanal von World Unite!. Dazu sollte ich halt erzählen und zeigen, wie der Alltag eines Volunteers in Moshi aussieht. Da wir auch in der Stadt gedreht haben und ich danach noch ein paar Sachen erledigen wollte, hatte ich unter anderem meinen Laptop und ein paar andere Dinge dabei. Leider hat das mit dem Video so lange gedauert, dass ich erst um kurz vor 17 Uhr gehen konnte und da ich um 17 Uhr schon wieder verabredet war, konnte ich leider nichts mehr von dem, was ich vorhatte, erledigen bzw. eigentlich wollte ich vorher auch noch heim und meinen Laptop wegbringen. Nach der Verabredung um 17 Uhr war ich dann um 19 Uhr noch mit anderen Freunden verabredet, da wir am nächsten Tag eine Safari starten wollten und uns noch mit dem Tourguide treffen wollten, um die Safari zu besprechen. Ausgemacht war also 19 Uhr. Das wurde schon frühzeitig eine Stunde nach hinten verschoben. Wir haben uns dann um 20 Uhr im Pub Alberto getroffen, aber der Tourguide lies ziemlich auf sich warten. Gut, wir haben dann was gegessen und getrunken und als der Tourguide dann um 21 Uhr immer noch nicht da war, haben wir ihn mal angerufen und dann hieß es, er brauche noch eine Stunde. Da wir dann ziemlich genervt waren, haben wir beschlossen, zu den anderen in die WG zu gehen und dort auf ihn zu warten. Ja, es war dann halt kurz nach 21 Uhr, dunkel und wir haben den Fehler gemacht, dass wir gelaufen sind.

Die anderen hatten keine Taschen dabei und ich hab auch garnicht mehr daran gedacht, dass ich so viele Wertsachen dabei hatte. Schon fast an unserem Ziel angekommen, kamen dann auf einmal zwei Motorräder angefahren und von dem einen kam ein Mann runter, der dann mit einer Pistole auf mich gezielt hat. Das war schon ziemlich krass. Natürlich hab ich ihm meine Tasche gegeben. Zwar meinten im Nachhinein alle, die Polizei, meine Gastfamilie und auch die Frauen von meiner Arbeit, dass das wohl eine Spielzeugpistole war, aber weiß man das? Ausprobieren hätte ich das nicht wollen.

Die nächsten Tage habe ich viel Zeit auf der Polizei verbracht. Natürlich am Samstagabend gleich das erste Mal hin. Ich hab dann die Nacht in der WG verbracht, weil ich danach echt keine Lust mehr hatte, alleine Taxi zu fahren. In der Nacht hat dann die Polizei meinen Gastvater angerufen, dass ein paar meiner Sachen aufgetaucht sind. Also am Sonntag wieder hin. Und wirklich, die wichtigsten Dinge waren wieder da: mein Zimmerschlüssel, meine EC-Karte und ein wichtiges Dokument, welches ich eigentlich noch abgeben wollte. Laptop, Handy und Bargeld, genauso wie meine Kameraspeicherkarte mit 3 Monaten Fotos sind natürlich nicht wieder aufgetaucht. Aber gut, Hauptsache uns ist nichts passiert.

Was mich übrigens sehr erstaunt hat, war das Chaos, was bei der Polizei geherrscht hat. Samstagabend waren wir dort um den Raub aufnehmen zu lassen. Sonntagmorgen, als ich das erste Mal da war, wusste niemand Bescheid, auch wenn ich einen Zettel dabei hatte, auf dem die Case-Nummer stand. Auch dass in der Nacht ein Polizist angerufen hatte um zu sagen, dass ein Teil meiner Sachen gefunden wurden, wusste niemand. Da musste ich erst über meinen Gastvater die Handynummer jenes Polizisten ausfindig machen, um dann festzustellen, dass der gerade nicht erreichbar ist. Also sind wir erstmal wieder zurück zur WG und haben gefrühstückt. Mittags sind wir dann nochmal hin. Da war dann der Polizist, der nachts meinen Gastvater angerufen hat, auch da. Ich hab meine Sachen allerdings trotzdem nicht bekommen, zumindest nicht alle, nur meinen Zimmerschlüssel und die EC-Karte, immerhin. Wir mussten dann nämlich noch zum Chef und der meinte, dass ich morgen nochmal kommen müsse um den Fall zu schließen und dann würde ich alles bekommen. Gut, bin ich halt Montagmorgen nochmal hin. Da kamen dann meine Ermittler und haben mich nochmal ausgefragt, was passiert ist und was in der Tasche war. Obwohl ich das schon zu Protokoll gegeben hatte, sogar mehrfach, musste ich es nochmal erzählen. Es wusste auch keiner, dass ein Teil meiner Sachen wieder aufgetaucht sind. Da musste ich dann nochmal nachfragen. Schön übrigens auch die Frage nach der Menge an Bargeld, die ich dabei hatte. Ich: „Ich weiß es nicht genau, so zwischen 40 000 und 50 000“. Gegenfrage vom Polizisten: „Dollar?“ Ja, klar, ich schlepp mal so eben eine Summe zwischen 40 000 und 50 000 Dollar mit mir rum. Ich bin zwar weiß und hab vermutlich auch ein wenig mehr Geld als ihr, aber so reich bin ich doch nicht. Das hab ich mir nur gedacht, gesagt hab ich dann nur: „Nein, Shilling.“ (Das sind ca. 20-25 Euro) Naja, auf jeden Fall war der Polizeichef Montagmorgen gerade in einer Besprechung, ich solle doch in einer Stunde nochmal wiederkommen. Super. Schlussendlich, Montagmittag hatte ich dann meine Sachen komplett wieder, also den Teil, der gefunden wurde. Und den Rest sehe ich eh nie wieder.
Die Safari wurde erstmal verschoben um ein paar Tage. Und ich kann echt froh sein, dass ich wirklich nichts geschafft habe am Samstag, auch nicht, das Geld für die Safari abzuheben und in Dollar zu tauschen. Das Bargeld hätte ich es nämlich nicht wieder gesehen, die EC-Karte kam zurück.

Mittlerweile hab ich mich vom dem Schock erholt, auch wenn mir manchmal schon noch ein bisschen komisch ist, wenn ich alleine unterwegs bin, auch tagsüber. Ich hoffe, dass legt sich wieder, immerhin bin ich noch 8 Monate hier und hab keine Lust, dass die Zeit davon überschattet wird. Aber was lerne ich daraus: Nie wieder laufe ich bei Dunkelheit hier in der Gegend rum, auch nicht in einer Gruppe!

Mein Vater hat mir netterweise einen Laptop organisieren können und eine Freiwillige, die letzte Woche in Moshi angekommen ist, war so nett und hat ihn mir mitgebracht. Jetzt hab ich also wieder Laptop und regelmäßig Internet und kann euch wieder auf dem Laufenden halten!

Bis dahin!

Liebe Grüße,
Kathi

P.S. Und macht euch bitte keine Sorgen, mir geht’s gut, ich werde sicher nicht nochmal bei Dunkelheit irgendwo rumlaufen und tagsüber ist Moshi sicher!

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One response »

  1. Oh man, auch wenn wir uns keine Sorgen machen sollen, aber Verdammte scheiße, sowas ist wirklich mies. 😦
    Drücke dir die Daumen, dass du den Vorfall schnell vergisst und sowas nicht wieder passiert…

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