Kurztrip Tanga/Pangani

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Hallo ihr Lieben,

So, jetzt gibt’s endlich mal wieder einen Blogeintrag, über unseren kleinen Trip nach Tanga/Pangani, der eigentlich Erholung pur werden sollte, es aber im Endeffekt nicht wirklich wurde.

Aber erstmal von Anfang an:

Los ging es Samstag vor einer Woche am Busstand in Moshi. Freitagnachmittag hatten wir uns kurzfristig ein Busticket nach Tanga gekauft, da wir einfach richtig Lust auf Meer und Entspannung hatten. Die „Entspannung“ fing dann Samstagmorgen auch gleich an, da unsere Reise typisch afrikanisch begann: Wir hatten blöderweise unsere Tickets bei einem Busunternehmen geholt, dass zwar wohl laut Yona (und auch unserer Betreuerin Miriam) eins der besten ist und bei dem die Busse auch am schnellsten sind, aber leider war ein paar Tage zuvor ein wichtiger Mitarbeiter verstorben und deswegen stellten sie erstmal keine eigenen Busse, sondern verteilten ihre Kunden auf Busse anderer Busunternehmen. Ja, Pech gehabt. Das hieß für uns dann nämlich erst einmal 1 ½ Stunden auf einen Bus warten, der angeblich irgendwo in einem „traffic jam“ zwischen Arusha und Moshi feststeckte. Ich gehe davon aus, dass wir einen ganz anderen Bus bekommen haben, als ursprünglich geplant. Typisch Afrika. Sind wir halt statt um 9 Uhr um 10.30Uhr losgekommen. Wäre ja auch alles nicht so wild gewesen, 5 Stunden waren für die Fahrt geplant, dann wären wir um 15.30Uhr angekommen und hätten noch bequem nach Pangani an den Strand weiterfahren können. Leider war das sehr optimistisch und die afrikanische Zeitrechnung hat – gemäß polepole – überwogen und letztendlich wurden aus 5 gleich mal 7 Stunden und wir waren dann erst kurz nach 17.30Uhr in Tanga am Busbahnhof.

Ja, da es hier ja spätestens um 19 Uhr stockdunkel ist, haben wir uns entschlossen, nicht mehr weiter nach Pangani zu fahren, sondern in Tanga zu übernachten. Leider hatten wir uns im Vorhinein alle nicht mit Tanga (bzw. eigentlich auch nicht mit Pangani 😉 ) beschäftigt und der Reiseführer von Lisa hat ihren Weg auch nichts in Gepäck gefunden, blöderweise.

Als wir aus dem Bus ausgestiegen sind, waren wir erst einmal umringt von Flycatchern, also Leuten, die dir irgendwas andrehen wollen. Diesmal waren wir zwar erst echt genervt, aber dann doch auch ganz froh drum, da wir wirklich keinen Plan hatten, wohin. Da wir dann gleich am nächsten Morgen endlich weiter zum Meer wollten, haben wir gesagt, dass wir gerne ein Hotel am Busbahnhof hätten und einer der Flycatcher hat uns dann zu einem Hotel ca. 2 Minuten Fußweg vom Bahnhof gebracht.

Dank meinen Kiswahilikenntnissen und Verhandlungsgeschick bekamen wir ein Doppelzimmer (mit zwei größeren Betten) zu dritt für den Preis von 30 000 TSH pro Nacht (ca. 15 Euro). Da waren wir total glücklich, zu wissen, wo wir schlafen werden. Und wir haben auch echt einen Glücksgriff gemacht: Das Hotel ist super! Die Hotelregeln sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber auch einhaltbar: man darf keinen Alkohol trinken, keiner Prostitution nachgehen, keine „Adultry“ (Sex) betreiben und generell nicht gegen islamische Regeln verstoßen. Eigentlich wollte ich davon ein Bild machen, hab es aber leider vergessen.

Nun gut, nach einem leckeren Frühstück sind wir dann um 10 Uhr mit dem Dala weiter nach Pangani, das südlich von Tanga liegt, gefahren. Auch hier war wieder tansanische Zeitrechnung angesagt und so wurden aus einer zwei Stunden über eine ungeteerte und damit sehr huckelige Piste. Leider fing es irgendwann an zu regnen und je weiter wir Richtung Pangani kamen, desto stärker wurde der Regen leider. Dort angekommen, goss es wie aus Eimern. Auch hier haben wir uns vorher blöderweise nicht richtig informiert und als wir ankamen, wussten wir erstmal nicht, wohin. „Glücklicherweise“ hatten wir von einem Tourguide in Moshi eine Nummer von einem Tourguide in Pangani bekommen, den ich dann angerufen habe. Der hat uns dann zu einem „Hostel“ gebracht. Es war irgendwie mega heruntergekommen und eigentlich war uns allen drei vom ersten Augenblick an nicht so wohl bei der Sache, aber wir haben unsere negativen Gefühle unterdrückt, war ja schließlich billig. 10 000 TSH (also ca. 5 Euro) pro Nacht und Zimmer (haben 2 Zimmer benötigt). Haben dann auch für 2 Nächte gleich bezahlt.

Ganz komisch war eigentlich auch, dass es angeblich einen neuen Besitzer gab, aber der Alte, der eigentlich nichts mehr mit diesem Hostel zu tun hatte, hat uns trotzdem einen Lift zum Hostel gegeben und auch das mit der Anmeldung gemacht. Außerdem lagen Kondome direkt neben dem Buch, in das sich einer von uns eintragen musste. Leider hat keiner wirklich seine Bedenken (und die hatten wir alle von Anfang an) geäußert. Nach dem Beziehen der Zimmer, die wirklich unter aller Kanone waren, da sie mega dreckig waren und im Bad nichts funktionierte, saßen wir erst noch ein bisschen draußen auf dem Hostelgelände und haben uns mit Ali (Tourguide) und dem aus Nigeria stammenden Engländer Eddy unterhalten. Leider konnten wir echt nicht wirklich was machen, da es immer noch geregnet hat. Ali wollte uns dann natürlich auch noch eine seiner Touren anbieten, aber wir hatten daran kein Interesse.

Irgendwann später, als der Regen ein bisschen nachgelassen hatte, hat uns Ali dann noch den Strand gezeigt und wir sind am Strand dann ein bisschen in den Ort gelaufen und haben dort Mittag gegessen. Wir Mädls haben Pilau gegessen, das ist gewürzter Reis mit Fleisch und mega lecker! Ali hatte, glaube ich, damit gerechnet, dass wir ihm das Mittagessen ausgeben. Er hat nämlich nichts gegessen und ziemlich geschmollt dann. Aber hey, wenn er den Mund nicht aufmacht. Gott sei Dank hat er sich dann verkrümelt, wir hatten ja nämlich einen Mädlsurlaub geplant und er hat uns langsam, aber sicher genervt. Eigentlich wollte er sich abends auch noch mit uns treffen, aber da haben wir gesagt, dass wir das nicht wollen.

Wir drei Mädls sind dann nach dem Essen also alleine wieder zum Hostel gelaufen und haben uns strandfertig gemacht, damit wir wenigstens noch ein bisschen den Strand – der ja der eigentliche Grund war, um nach Pangani zu kommen – genießen konnten.
Als wir wieder ins Hostel zurückkamen, wurden unsere Bedenken noch größer, wir fühlte uns in unseren Zimmern alles andere als wohl und sicher. Diesmal sprachen wir es aus, gingen aber trotzdem erstmal an den Strand.

Dort wurde unser schlechtes Bauchgefühl immer schlechter und schlechter. Um zum Strand zu gelangen, muss man durch eine andere Hotelanlage gehen. Da wir uns garnicht am Strand erfreuen konnten, fragten wir kurzerhand dort nach, ob ein Drei-Bett-Zimmer frei war, ob wir uns das anschauen könnten und wieviel es kosten würde. Und wir hatten Glück! Es war ein Drei-Bett-Zimmer frei und es sah so viel toller als unsere beiden Zimmer im Hostel. Leider hatte es einen stolzen Preis: $ 45 pro Nacht für das Zimmer! Wir beschlossen dann, die kommende Nacht dort zu verbringen, am nächsten Nachmittag schon wieder nach Tanga zurückzufahren und den Dienstag mit Sightseeing dort zu verbringen.

Nachdem wir umgezogen waren, fühlten wir uns viel besser und konnten dann den Strand auch noch ein bisschen genießen. Zumindest so lange, bis die Flut uns jeden Platz zum Liegen nahm.

Nach einer Duschen gingen wir dann im Hotel zum Abendessen. Als wir beim Essen ankamen, fiel uns auf, dass Ali an einem Tisch saß. Er ignorierte uns aber auch wir ignorierten ihn dann. Das Essen war im Übrigen wirklich lecker!

Nach einer gut und sicher verbrachten Nacht wachten wir auf und waren vollends frustriert: Regen!! Irgendwie schien unser Urlaub wie verhext zu sein! Auch beim Frühstück wurde es nicht besser und wir sahen unseren Strandurlaub buchstäblich total ins Wasser fallen. Im Laufe des Vormittags klarte es dann aber doch ein bisschen auf und wir konnten uns wirklich noch für 2 Stündchen an den Strand legen. Hier beginnt aber die nächste Misere: dadurch, dass es noch immer bewölkt war, hat Lisa sich relativ spät und Dominique und ich haben uns garnicht eingecremt. Was passiert ist, könnt ihr euch vermutlich denken, dazu aber später mehr.

Nachdem wir im Hotel noch Mittag gegessen haben, haben wir uns zu Fuß auf den Weg zum Busstand gemacht und sind die Rückfahrt nach Tanga angetreten. Auf der Fahrt haben wir dann gemerkt, dass das afrikanische Sprichwort „Ein Bus ist niemals voll“ wirklich zutrifft, denn hier werden echt immer noch mehr Leute ins Dala gestopft, wo wir Europäer schon längst sagen würden, dass niemand mehr reinpasst. Besonders für Lisa war das ein Erlebnis, ist sie vorher doch noch nie wirklich Dala gefahren.

In Tanga angekommen hatten wir erstmal ein ziemlich erschreckendes Erlebnis: Noch bevor der Bus richtig stand, stürmten schon die Leute, warfen von der Seite ihre Taschen auf die Sitze. Offensichtlich war das das letzte Dala nach Pangani an diesem Tag und alle Leute wollten natürlich mitfahren. Wir Mädls bekamen es aber mit der Angst zu tun, dachten wir zuerst an einen Überfall.
Als wir dann endlich alle draußen waren, ging es schnurstracks zum Hotel vom Samstag, wo wir auch direkt wieder das gleiche Zimmer bekamen. Als wir dann alle duschen gingen, sahen wir dann das ganze Ausmaß dessen, was wir aufgrund von brennender Haut eh schon vermutet hatten: Sonnenbrand am ganzen Körper, mich hat es noch am wenigsten erwischt. Aber wir sind so nah am Äquator, da darf man die Sonne einfach nicht unterschätzen, auch wenn sie hinter ganz vielen Wolken versteckt ist.

Abends waren wir wieder im angegliederten Restaurant lecker essen, allerdings gab es da am nächsten Morgen einen ganz komischen Zwischenfall, als wir dort gefrühstückt habe: viele Männer haben umgerechnet ich-weiß-nicht-wieviele-100 Euro gezählt und dann Leuten, die mit einem Bus aus einem anderen Land kamen, Geld gewechselt. Na, ob das nicht illegal ist und einen schlechten Wechselkurs gab. Einer von diesen Männern, der mich auch noch dauernd angemacht hat, hätte auch locker ein deutscher Puffbesitzer sein können, so vom Aussehen und Verhalten her.

Nachts hat es natürlich leider mal wieder angefangen zu regnen. Leider wurde es auch Vormittags nicht besser bzw. es hat immer wieder angefangen Als wir gerade Richtung Tanga Zentrum laufen wollten, hat es wieder angefangen zu regnen und wir haben dann beschlossen, dass Dominique und ich zum standi vorgehen und schauen, ob wir noch einen Bus zurück nach Moshi bekommen an dem Tag! Und wir hatten Glück- wir erreichten noch den letzten Bus um 11.30 Uhr und waren dann am Spätnachmittag zurück in Moshi. Völlig k.o. und richtig froh, wieder daheim zu sein. So hatten wir den Mittwoch, der hier auch Feiertag war, noch um uns von der Reise zu entspannen.

Den Regen haben wir leider mit nach Moshi gebracht und seit wir wieder daheim sind regnet es hier jetzt auch die ganze Zeit, mit nur wenigen Pausen. Es ist mega kalt und wir haben den Regen so satt!!

Fazit der Reise:
Wenig Strand und Erholung, aber über zu wenig Abenteuer können wir uns nicht beschweren!

Achso: und ich habe festgestellt: mein Kiswahili ist mittlerweile echt richtig gut geworden.

So, jetzt gibt’s noch ein paar Fotos und dann sag ich mal wieder: Bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße,
Kathi

:)

🙂

Ich am Strand von Pangani :)

Ich am Strand von Pangani 🙂

Da sieht man ein bisschen von unserem 2. Hotel in Pangani :)

Da sieht man ein bisschen von unserem 2. Hotel in Pangani 🙂

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Das Hotelzimmer im 2.Hotel in Pangani! :)

Das Hotelzimmer im 2.Hotel in Pangani! 🙂

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