Besuch meiner Eltern

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Hallo liebe Leute,

Nachdem meine Eltern, die mich besucht haben, seit einer Woche wieder zu Hause sind, und bei mir damit der Countdown der letzten 4 Wochen angebrochen ist, melde ich mich mal wieder. Heute in 3 Wochen sitze ich schon im Flugzeug und ich muss ganz ehrlich gesagt gestehen, weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Klar, ich freue mich auf daheim, aber ich lasse hier auch so viel zurück…Und 3 Wochen im Vergleich zu einem Jahr ist nun wirklich nicht viel. Aber vielleicht ist es für diese Art von Eintrag noch zu früh, erstmal werde ich auf jeden Fall diese letzten 3 Wochen noch total genießen.

Es war auf jeden Fall wirklich, wirklich schön, dass meine Eltern mich besucht haben und in den fast 3 Wochen, die sie hier waren, einen Eindruck davon bekommen haben, wie ich hier lebe und einen Teil des wunderschönen Tansanias kennengelernt haben.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August hab ich meine Eltern am Kilimanjaro International Airport abgeholt. Es war so schön, sie nach 11 Monaten wiederzusehen. Ich hänge ja doch an meinen Eltern. Nachdem wir mehr oder minder pünktlich zum 5-Uhr-Gebet der Moschee in unseren Betten lagen, meine Eltern im Hotel, ich hier in meiner Volunteer-Wohnung, haben wir es am nächsten Tag sehr langsam angehen lassen und waren erst um 11 Uhr “frühstücken”, im Coffee Shop, einem der gemütlichsten Cafes hier in Moshi. Und dann hab ich meinen Eltern meine Wohnung und ein bisschen das Stadtzentrum Moshis gezeigt. Abends waren wir dann im East African Pub, den ich in meiner Zeit hier lieben gelernt habe, und haben nyama choma, gegrilltes Fleisch, in diesem Fall Ziege, gegessen. Zu dieser Gelegenheit haben meine Eltern auch gleich meinen Freund kennengelernt, den sie zum Glück gerne mögen. 🙂 Nachdem sowohl der Flug als auch der erste Tag Tansania natürlich sehr anstrengend war, sind wir recht früh unserer Wege gegangen, um uns am nächsten Morgen zum Frühstück wiederzutreffen.

Diesmal stand der Besuch von Good Hope,meiner Arbeit, auf dem Plan. Yona hat uns vormittags ein bisschen was über Good Hope erklärt, dann habe ich meine Eltern meinen Schülern vorgestellt (und andersrum natürlich auch), bevor wir dann nochmal mit Yona, Oliver und Asia uns im Office unterhalten haben. Khadija war leider krank. 😦 Meine Eltern haben für Good Hope einen Laptop als Geschenk mitgebracht, den mein Vater dann auch übergeben hat. Natürlich haben sich alle riesig gefreut, was total schön zu sehen war! 🙂 Anschließend haben wir nachmittags noch gekocht- das Nationalgericht Ugali mit Spinat, Fleisch und Salat. Und es hat sich herausgestellt, dass meine Mutter besser ist im Ugali kochen als ich. (Allerdings muss man dazu sagen, dass meine Mutter auch mehr Kocherfahrung hat als ich und ich mich beim Kochen bei Good Hope eigentlich fast immer rausgenommen habe. 😉 )

Am dritten Tag sind wir zu den Hot Springs irgendwo in der Pampa zwischen Moshi und Arusha gefahren, was mega schön war, aber meine Eltern waren von der “Straße” doch recht geschockt. Gut, kann ich verstehen, vorallem, da wir dort mit einem normalen Taxi hingefahren sind und man weite Teile der Strecke nicht mehr Straße nennen konnte. Mich schockt vermutlich einfach nicht mehr so viel. 😀 Der folgende Tag war einfach nur Relax- und ein bisschen Shopping-Tag. Auch an diesem Tag haben wir dem Coffee Shop einen Besuch abgestattet, wie sollte es auch anders sein. 😉 Abends waren wir indisch essen, was irgendwie für meinen Magen nicht gut war, da ich dann richtig Probleme bekam in der folgenden Nacht, was sehr sehr ungünstig war, da wir am Samstagmorgen auf 4-Tages-Safari aufgebrochen sind. Nachdem ich an besagtem Morgen mit Brechdurchfall aufgewacht bin, war erst nicht sicher, ob ich mitfahren konnte und meine Eltern hätten mich wohl auch eher in Moshi gelassen, aber ich wollte mir das nicht entgehen lassen 4 Tage inklusive Serengeti, also bin ich mitgefahren, auch wenn ich am ersten Tag noch ein bisschen zu kämpfen hatte und nur Toast und Bananen gegessen habe.
Zur Safari an sich werde ich jetzt nicht so viel schreiben, sondern eher Bilder sprechen lassen. Es war auf jeden Fall total toll. Am Ersten Tag sind wir in den Tarangire Nationalpark, wo wir total viele Tiere gesehen haben, am zweiten Tag sind wir über den Ngorongoro Crater in die Serengeti gefahren. Dort konnte ich übrigens nicht schlafen, weil der Campingplatz (Ja, es war Camping, so richtig mit Zelt und Schlafsack! Und ich bin echt stolz auf meine Eltern, dass sie das mitgemacht haben!!) nicht eingezäunt war und in der Nacht wilde Tiere um unsere Zelte rumgeschlichen sind. Und ich habe Hyänen gehört, die haben nämlich so ein ganz fieses Lachen. Nachdem ich das gehört hatte, konnte ich natürlich erst recht nichtmehr einschlafen.
Wir haben richtig viele Tiere gesehen und auch 2 Jagdszenen, die allerdings beide nicht erfolgreich waren. Einmal hat eine Löwin versucht, einen Wasserbüffel zu fangen und einmal haben Geparden versucht, einen Schakalen zu bekommen. Wir haben unzählige Giraffen gesehen, teilweise wirklich nah am Straßenrand, viele Löwen, auch zwei kleine Löwenbabys, die wohl auf ihre Mama gewartet haben. Als wir in die Serengeti gefahren sind, war ein Elephant direkt an der Straße. Nachdem er dann aber noch näher auf uns zukam, sind wir schnell weitergefahren. Da wurde mir auch ein bisschen mulmig.

Nach 4 tollen Tagen kamen wir total müde, aber glücklich in Moshi an und hatten dann einen Tag Pause, bevor wir weiter in die Usambara Berge, nach Lushoto, gefahren sind. Die Busfahrt war weniger angenehm, aber das sind die meisten Busfahrten hier in Tansania nicht unbedingt. Die Straßen werden aber auch neu gemacht- seit einer Ewigkeit übrigens. Der Bus wird teilweise wirklich voll gemacht und jedes Mal wenn wir stehen geblieben sind, kamen ganz viele Verkäufer und wollten ihre Sachen verkaufen – von Obst und Gemüse hin zu Softdrinks und Kekse. Wir sind nach 6 Stunden in Lushoto angekommen und bis wir dann in unserem Hotel, der Irente Farm, angekommen, verging nochmal ein bisschen Zeit. Wirklich viel wandern waren wir nicht, wir haben einfach Lushoto ein bisschen genossen, waren bei einem Viewpoint, haben uns zeigen lassen, wie der Käse auf der Irente Farm hergestellt wird und meine Mutter und ich waren auch in einem Waisenhaus dort.

Nach 3 Tagen ging die Reise weiter nach Dar-es-Salaam in einem weit aus besseren Bus, allerdings ist der Dar Express auch dafür bekannt, einer der besten Busgesellschaften zu sein und nachdem jetzt auch ein Bus direkt von Lushoto nach Dar fährt und nicht erst ab Mombo, einem Ort am Fuße der Usambara Berge, abfährt, haben wir den Bus doch gleich mal genommen. Eigentlich war eine Übernachtung in Dar eingeplant, da ich nicht davon ausgegangen bin, dass wir die letzte Fähre nach Sansibar schaffen. Wider Erwarten haben wir sie aber doch bekommen. Allerdings wollte uns der Taxifahrer, der uns vom Busbahnhof zum Hafen gebracht hat, erstmal schön verarschen, da er uns zur falschen Ablegestelle brachte, wo Betrüger ihr Glück versuchen und nichtsahnende Touristen zu einem teureren Preis auf weniger gute Fähren zu bringen. Zum Glück war ich schonmal am Fährhafen in Dar und wusste wo wir hinmussten und als der Spruch kam “Heute ist Sonntag, da ist dort geschlossen.” bin ich sowieso hellhörig geworden. Darauf bin ich in Thailand einmal reingefallen, das passiert mir nicht nochmal. Also haben wir die letzte Fähre um 15.30 Uhr nach Sansibar bekommen und sind dann 2 Stunden später in Stown Town angekommen.

Ich wollte zum Hotel laufen, bin aber einen riesen Umweg gelaufen und irgendwann hat uns dann ein Guide dort zum Hotel geführt. Stown Town ist wahnsinnig toll, hat aber richtig viele kleine Gassen, in denen man sich total leicht verläuft. Nachdem es schon fast dunkel war, als wir im Hotel waren dann und wir uns auch frisch gemacht haben, sind wir im Endeffekt auch nicht mehr essen gegangen. Einen Versuch haben wir gestartet, aber in den Gassen Stown Towns ist es meist recht dunkel und obwohl ich vorher schonmal in Stown Town war und ich garkeine Probleme hatte nachts rumzulaufen und mich auch richtig sicher gefühlt habe, war mir trotzdem wirklich nicht so gut zumute und deswegen sind wir dann nicht gegangen, obwohl wir am nächsten Tag festgestellt haben, dass es wirklich nicht weit gewesen wäre. Manchmal hängt mir mein Raubüberfall doch noch mehr nach, als ich dachte. Und dann gab es vor ein paar Wochen ja auch einen Säureanschlag auf zwei britische Mädls in Stown Town.

An unserem einzigen vollen Tag in Stown Town sind wir in der Stadt ein bisschen rumgelaufen, u.a. zum Darajani Market um Gewürze zu kaufen. Meine Mutter und ich sind auch ein bissl in den Geschäften einkaufen gewesen. Da haben uns meine Kiswahili Kenntnisse doch recht gut geholfen. Lustig war, dass meine Mutter dann auch auf Kiswahili vollgelabert wurde, obwohl sie ja nichts versteht. Handeln war dann meine Aufgabe. 😀

Am nächsten Morgen sind wir zum Strand gefahren, da gibts eigentlich nicht viel dazu zu schreiben. Wir hatten ein ziemlich gutes Hotel und haben eigentlich nicht viel gemacht außer schlafen, essen, am Strand liegen, lesen und faulenzen. Nichts besonderes.
Wobei ich sagen muss, dass mir das Hotel anfangs viel zu luxuriös war und ich erstmal ziemlich mit meinen Gefühlen zu kämpfen hatte. Mein erster Gedanke war “Ich will hier weg”. Für mich ging das nicht wirklich zusammen, dieser Luxus mit dem was ich hier in Tansania sonst so erlebt hab, vorallem der Besuch von Yonas Familie in Tanga, die teilweise wirklich ums Überleben kämpft und ich dort ja auch in einer Lehmhütte geschlafen habe. Das war so krass gegensätzlich. Hatte auch erstmal wirklich mit Tränen zu kämpfen. Zudem war der Kontrast zwischen dem Dorf, durch das wir gefahren sind und der Hotelanlage auch echt groß. Aber naja, die Welt ist halt alles, aber nicht gerecht. Eine gute Freundin meinte dazu, dass man manchmal einfach genießen muss, dass es einem besser geht, auch wenn es ungerecht ist.

Nachdem das jetzt ein ellenlanger Eintrag geworden ist, beglücke ich euch jetzt noch mit ein paar Fotos (an denen ihr euch hoffentlich erfreut! Sorry, dass es so viele sind, aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden…) und melde mich bald wieder.

Liebe Grüße,

Kathi

Moshi:

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Hot Springs:

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Safari:

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Lushoto:

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Sansibar:

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