Abschied…

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Jambo,

So, ich bin jetzt seit Sonntag wieder zurück in Deutschland und es ist ein ganz komisches Gefühl. Aber zu meiner Rückkehr und wie es mir jetzt geht, gibt’s nochmal einen Blogeintrag, jetzt nehm ich euch erstmal zu meinem letzten Tag bei Good Hope mit.

Vor genau einer Woche, am Freitag also, war mein letzter Tag bei Good Hope. Ich wollte als Abschiedsgeschenk zusammen mit den Schülern kochen, deswegen sind Oliver und ich am Donnerstag schon zum Mbuyuni Markt in der Stadt gefahren, um dort günstiger als in Majengo Gemüse, Obst und Gewürze für das zu kochende Pilau zu kaufen. Pilau ist ein gewürzter Reis mit Fleisch (oder wahlweise auch ohne, meistens ist es aber drin) und ich liiiiiiiiebe Pilau! 😉

Am Freitag auf dem Weg zu Good Hope habe ich dann noch 4kg Fleisch beim Metzger gekauft. Obwohl ich dort eigentlich öfter hingehe, meinte er es nicht so gut zu mir und hat mir recht viele Knochen dazu getan (das wurde mir erst beim Kochen gesagt). Außerdem hat er voll versucht, mich abzuzocken und zwar um nicht so wenig. Auch gekauft werden mussten noch 10kg Reis, 3 Liter Öl und Feuerholz.

Dadurch, dass unsere zwei amerikanischen Volunteers von CCS, die zwei Wochen da waren, auch ihren letzten Tag hatten und noch ein kleines Abschiedsmeeting brauchten, verspäteten wir uns ganz schön: Statt um 10 Uhr fingen wir erst um 11 Uhr an zu kochen:
Die Mädls halfen fleißig mit, Knoblauch zu schälen (mit den Händen! Ihr könnt euch vorstellen, wie unsere Finger gerochen haben…), Zwiebeln, Ingwer, Fleisch und sonstiges zu schneiden, Reis zu waschen. Die Jungs kochen hier in der Regel nicht wirklich, daher saßen sie bei Good Hope, ratschten, spielten Fußball. Gekocht haben wir übrigens auf dem Vorplatz bei einer von Olivers Schwestern, die uns auch ganz tatkräftig unterstützt hat.

Nachdem alles geschält war, wurden die meisten Mädls zum Spielen entlassen, da es nicht so viel Sinn macht, wenn zig Leute um den Kochtopf herumstehen, denn jetzt ging es ans richtige Kochen.

Das Feuer dazu wurde gleich mal mit einer Plastiktüte angezündet. Der Kochtopf war riesig, aber es wurde ja auch für an die 40 Leute gekocht.

Auch ich bin teilweise mal hoch zu Good Hope, um noch ein bisschen mit den Schülern zu quatschen, Fotos zu machen und zu tanzen. Richard, einer der Schüler, hatte seinen Musikplayer dabei und hat Musik gespielt. Unter anderem wurde ganz oft Kwaito getanzt. Das ist ein Gruppentanz, den wirklich jedes Kind in Tansania beherrscht. Und ich LIEBE Kwaito!! Also habe ich mich kurzerhand unter die tanzenden Schüler gemischt.

Was ich wirklich toll fand, war, dass Stella, eine ehemalige Schülerin, vorbei gekommen ist, um sich zu verabschieden.

Zwischendurch bin ich immer mal wieder zu den Köchen, hab die Lage gecheckt und ein bisschen geholfen.

Um 14 Uhr, nach 3 Stunden, war das Essen dann fertig. Wir haben die Töpfe und Schüsseln ins Office getragen und dann standen wir prompt vor einem Problem: wir hatten ausgemacht, den Schülern im Vorfeld icht zu sagen, dass wir gemeinsam kochen, damit sich das nicht wie ein Lauffeuer verbreitet und wir plötzlich doppelt so ciele Schüler haben. Allerdings hatten die Kinder so auch keine Teller dabei. Einige sind kurz nach Hause, um einen zu holen, für andere aber ist es ein zu weiter Weg. Zum Glück hatten wir dann plötzlich Pappteller und so konnten wir das Essen verteilen: Eine Portion Pilau, einen Löffel Salat und 1 Stück Banane. Erst reihten wir die Teller auf Stühlen auf, bevor sie die Schüler holen durften. Danach waren wir Erwachsenen dran. Es war wirklich richtig lecker!

Mir ging es den ganzen Tag mega gut, ich hatte Spaß und habe einfach komplett verdrängt, dass es mein letzter Tag war. Nachdem wir aber mit dem Essen fertig waren, konnte ich es nicht mehr verdrängen. Draußen stellten sich die Schüler schon auf, um mich zu verabschieden:

Erst sangen sie zwei tansanische Abschiedslieder. Ich hatte wirklich mega Gänsehaut. Vorallem, da ich fast alles von den Texten verstehe. Danach ernannte Oliver zwei Schüler dazu, mir Abschiedsworte zu sagen. Christian, der für die Jungs ausgewählt wurde, konnte nichts sagen, also übernahm Abdi. Für die Mädls musste Vivian ran. Sie bedankten sich dafür, dass ich sie unterrichtet hatte, dass ich so eine gute Lehrerin wäre und für vieles mehr. Meinen Tränen konnte ich auf jeden Fall nicht mehr zurückhalten. Auch die Frauen hatten noch liebe Abschiedsworte für mich und ich bekam einen Kanga geschenkt.

Um kurz vor 16 Uhr machte ich mich mit Yona auf in die Stadt, um die letzten Besorgungen zu machen. Als wir dann daheim waren, war es schon fast dunkel und wir hatten Stromausfall. Ein guter Grund für mich, Prokrastination zu betreiben und nicht sofort zu packen. Irgendwann ließ es sich aber nicht mehr vermeiden und ich hab mir von meiner Mitbewohnerin Stirn- und Taschenlampe geliehen (meine Taschenlampe ist im Laufe des Jahres kaputt gegangen) und angefangen zu packen. Es war echt schwer für mich und ich habe auch einige Tränen vergossen. Es war so wahnsinnig unvorstellbar, alles, was ich mir in diesem Jahr aufgebaut hatte, hinter mir zu lassen.

Nach dem Packen war ich mit Yona noch schön essen, wenn auch leider nur kurz, weil es ihm nicht so gut ging.

Ja, und so ging mein letzter Tag in Tansania zu Ende.

Da ich die letzte Zeit in Tansania nicht so viel geschrieben habe, möchte ich jetzt noch ein paar Blogeinträge nachreichen, freut euch also schon auf mehr Lesefutter.

Baadae,
Kathi

P.S. Noch ein bissl Videos und Fotos:

Meine Schüler beim Kwaito tanzen:

Die Abschiedslieder:

Kochen.

Kochen.

Schüler beim Essen

Schüler beim Essen

Bananenschnippeln

Bananenschnippeln

Groooooßer Topf Pilau

Groooooßer Topf Pilau

Stella und ich :)

Stella und ich 🙂

großer Kochtopf auf Feuer

großer Kochtopf auf Feuer

Kochen :)

Kochen 🙂

Der kleine Laden, in dem ich jeden Tag mein Wasser gekauft hab.

Der kleine Laden, in dem ich jeden Tag mein Wasser gekauft hab.

Mädls beim Kwaito tanzen.

Mädls beim Kwaito tanzen.

Fleißig beim Kochen.

Fleißig beim Kochen.

Vivian und Oliver schneiden Fleisch.

Vivian und Oliver schneiden Fleisch.

Knoblauch stampfen.

Knoblauch stampfen.

Kochen.

Kochen.

Beim Knoblauch schälen.

Beim Knoblauch schälen.

Posen.

Posen.

Abschiedsbild

Abschiedsbild

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2 responses »

  1. Hallo Katharina, schön von Dir zu lesen. Habe die Videos vom Tanz und Abschiedsgesang über den Video-Kanal gesehen, aber hier im Blogeintrag erscheinen bei mir andere Videos vom Unterricht … vielleicht kannst Du da noch was reparieren.

    Kann mir vorstellen, dass es rührend war. Ich an Deiner Stelle hätte sicher auch Tränen vergossen.
    Hoffe, Du kannst den Kontakt mit Good hope halten.

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